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Husten

Husten ist keine Krankheit, sondern eine Schutzreaktion des Körpers, um Schleim oder Fremdkörper aus den Atemwegen auszustoßen.

Häufiges Husten kann für Kinder sehr anstrengend sein.

Ursachen

Atemwegsinfekte werden durch eine Vielzahl von Viren verursacht und treten umso häufiger auf, je jünger das Kind ist und je mehr es Kontakt zu anderen Kindern hat (Eingewöhnungszeit in Gemeinschaftseinrichtungen). Bei Kleinkindern können solche Infektionen sechs- bis achtmal jährlich auftreten. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit der Erkrankungen ab.

Trockener Husten (unproduktiver Husten oder Reizhusten)

Wie der Name sagt, ist dieser Husten unproduktiv, d.h., es erfolgt kein Auswurf. Er tritt vor allem zu Beginn von Erkältungskrankheiten auf, außerdem bei Bronchitis, Asthma bronchiale und wenn Fremdkörper in die Atemwege gelangt sind.

Krupphusten / Pseudokrupp

Bei einem akuten Pseudokrupp-Anfall leiden die Kinder unter trockenem, bellendem Husten, Heiserkeit und Atemnot. Typisch ist das laute Einziehen der Luft beim Einatmen.

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist: Ruhe bewahren und versuchen, das Kind zu beruhigen. Panik überträgt sich auf ihr Kind und verschlimmert die Luftnot.

Wickeln Sie Ihr Kind in eine warme Decke und gehen Sie mit ihm an ein offenes Fenster, auf den Balkon oder auf die Straße. Frische kalte Luft wirkt abschwellend und verbessert die Symptomatik. Bei akuter Luftnot rufen Sie bitte immer einen Rettungswagen. Tritt keine Besserung ein, sollten Sie mit Ihrem Kind die ärztliche Sprechstundeaufsuchen.

Feuchter Husten (produktiver Husten)

Beim produktiven Husten wird Schleim, der sich in den Atemwegen angesammelt hat, abgehustet. Er tritt meist in späteren Stadien von Erkältungskrankheiten, Bronchitis oder Lungenentzündung auf. Normalerweise ist der ausgehustete Schleim klar. Liegt eine bakterielle Infektion vor, so wird er gelblich und grünlich und verklumpt.

Akuter Husten

Eine Hustenerkrankung wird meistens durch Infektionen mit Viren (mehr als 90%) der oberen und mittleren Atemwege im Rahmen eines grippalen Infekts ausgelöst und dauert nicht länger als 8 Wochen. Leichtes Fieber und Schnupfen treten deshalb in vielen Fällen damit zusammen auf. Es gibt insgesamt über 200 Erkältungsviren. Auch Zweitinfektionen mit denselben Viren kommen recht häufig vor. Der Husten ist zunächst trocken und wird dann „feucht“, wenn sich Schleim zu lösen beginnt. Manchmal kann sich zu einem viralen Husten eine bakterielle Infektion gesellen, man spricht dann von bakterieller Superinfektion (z.B. durch Pneumokokken, Staphylokokken).

Chronischer Husten

Dauert der Husten (evtl. mit Auswurf) etwa acht Wochen an, so bezeichnet man ihn als chronisch. Im Vorschulalter leiden etwa 22% der Kinder unter einem Husten, der drei bis 6 Wochen dauert. Die Ursachen sollten in jedem Fall in der kinder- und jugendlichen Sprechstunde abgeklärt werden. Die häufigsten Ursachen für chronischen Husten sind asthmatische Erkrankungen, (auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten), chronische Bronchitis, chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Lungenentzündung, Keuchhusten (Pertussis) und auch ständiges Einatmen von Luftschadstoffen, wie Zigarettenrauch, können zu chronischem Husten führen.

Woran erkenne ich, bei welchem Husten ich die ärztliche Sprechstundeaufsuchen sollte?

  • Kleinkinder mit Fieber über 38,5 °C
  • Kleinkinder, die gar nicht mehr trinken oder deren Windel auffallend lange trocken bleibt
  • Säuglinge und Kleinkinder, bei denen Husten schlagartig beginnt und nicht gelindert werden kann: In diesem Fall könnte ein verschluckter Fremdkörper Ursache für den Hustenreiz sein.
  • Kinder, die gelben oder grünen Schleim abhusten
  • Bei jedem Husten, der länger als zwei Wochen dauert
  • Bei schlechtem Allgemeinzustand oder schlechtem Trinkverhalten
  • Bei beschleunigter Atmung (eine Ruheatemfrequenz größer 40 Atemzüge pro Minute)
  • Bei Geräuschen während des Ein-oder Ausatmens (gehen Sie dazu mit Ihrem Ohr an den Mund Ihres Kindes):
    • ein leises Knistern in der Ausatmung (wie Cappuccinoschaum oder Sprudelwasserbizzeln)
    • ein Pfeifen bei der Ausatmung (Giemen)
    • ein Pfeifen / Ziehen bei der Einatmung (Stridor YouTube Video Beispiel, YouTube öffnet sich in neuem Tab)
    • bei keuchendem Husten bei Kindern im ersten Lebensjahr
    • bei Atemaussetzern im Schlaf

Diagnose

Kinder- und Jugendärzt*innen erkennen einen akuten Husten durch die Eltern/Patient*innenbefragung und Untersuchungen (u.a. Abhören). In manchen Fällen muss er/sie abklären, ob es sich nicht um eine Infektion, sondern ein allergisches Asthma handelt.

Therapie

Husten ist ein Schutzmechanismus des Körpers und sollte deswegen nicht medikamentös unterdrückt werden.

In jedem Fall sollte viel Flüssigkeit, vor allem warme Getränke wie Tee, getrunken werden, da so der Schleim in den Atemwegen flüssiger wird und leichter abgehustet werden kann. Pflanzliche Stoffe in Efeu, Primel und Süßholz, Eukalyptus und Thymian können das Abhusten unterstützen. Dampfbäder und Inhalationen haben einen ähnlichen Effekt.

Antientzündliche Substanzen (Kortikosteroide), die inhaliert oder gesprayt werden, erleichtern den Husten bei Asthma.

Wichtiger Hinweis

  • Bei akuter Atemnot sofort notärztliche Hilfe unter 112 rufen!
  • Säuglinge und Kleinkinder dürfen keine Medikamente bekommen, die Pfefferminzöl, Eukalyptusöl, Menthol oder Kampfer enthalten, weder äußerlich noch innerlich. Bei Kindern unter drei Jahren können solche Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen zu starken Atembeschwerden und sogar Erstickungsanfällen führen. Ätherische Duftstoffe wie Menthol können nämlich bei Kindern die Atemwege reizen und dann zu einer vermehrten Schleimbildung führen. Dadurch wird die Verengung und Verschleimung ihrer Atemwege, die ja aufgrund der Erkältung ohnehin schon entzündet und verengt sind, noch gesteigert. Das heißt: diese Erkältungsmittel bewirken bei Kindern keine Linderung der Beschwerden, sondern eine Verschlimmerung, die unter Umständen sogar lebensbedrohlich sein kann.
  • Tritt bei Kleinkindern plötzlich und unvermittelt starker Husten auf, muss an das „Verschlucken“ eines Fremdkörpersgedacht werden und das Kind sofort bei einer Praxis für Kindermedizinoder in einer Kinderklinik vorgestellt werden.
  • Bei Kindern sind häufig Erkältungskrankheiten Auslöser von Husten, aber auch Keuchhusten, Pseudokrupp und Anfänge einer asthmatischen Erkrankung können die Ursache sein, deshalb sollte ein Kind mit Husten frühzeitig vom Kinder-und Jugendarzt untersucht und behandelt werden.
  • Chronischer Husten, der über viele Wochen anhält, zum Teil auch trocken ist, kann ein Hinweis auf eine asthmatische oder allergische Bronchitis sein.
  • Husten, der mehr als zwei Wochen dauert und bei dem es keine hustenfreien Tage gibt, ist Anlass zur Sorge und sollte unbedingt vom Kinder-und Jugendarzt abgeklärt werden.

Vorsorge

Gesunde Abwehrkräfte, die durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und genügend Bewegung an der frischen Luft erreicht werden, sind die beste Vorsorge.

Kinder sollten grundsätzlich keinerlei Gefahr des Passivrauchens ausgesetzt werden; besonders zu beachten im Auto und das gilt auch für E-Zigaretten.

Quelle: Kinder-und Jugendärzte im Netz - Husten, überarbeitet von SP

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